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Entscheidungen richtig treffen
Bild: (c) Alla Serebrina, Depositphotos

Entscheidungen richtig treffen

erstellt am 16. Jänner 2024 

Mit Entscheidungen verbinden wir Freiheit und Zufriedenheit mit unserer Wahl, gleichzeitig können Entscheidungen schwierig sein. Wir müssen uns auch immer gegen etwas entscheiden. Wir alle treffen jeden Tag unzählige Entscheidungen - kleine und große, wichtige und weniger bedeutende, manche treffen wir rasch und fast automatisch, für andere nehmen wir uns viel Zeit und wägen die Argumente sorgfältig ab. Wie kommen wir zu unseren Entscheidungen? Was beschäftigt uns dabei und was kann dabei hilfreich sein?

Entscheiden – aber wie und wofür?

Wir alle sind ständig mit der Situation konfrontiert, uns entscheiden zu müssen. Während eine Vielzahl von Entscheidungen auch unbewusst ablaufen, beispielsweise denken Sie nicht darüber nach, ob Sie zuerst den rechten oder linken Socken anziehen - dennoch treffen Sie dazu eine Entscheidung, gibt es auch weit schwierigere Entscheidungen. So fordern uns große Entscheidungen dazu auf, Vor- und Nachteile abzuwägen, Konsequenzen und Risiken von Entscheidungen zu berücksichtigen. 

Auch emotionale Anteile fließen in die Entscheidungsfindung ein - vielleicht haben Entscheidungen Auswirkungen auf andere, vielleicht müssen wir Vernunft gegen Lustprinzip aufrechnen. Alles in allem also ein hochkomplexer Prozess! Entscheidungsfreiheit zu besitzen, vermittelt ein Gefühl von Selbstständigkeit, man besitzt damit Gestaltungsmacht. Wenn uns die Optionen jedoch zu viel werden oder wir uns nicht mehr in der Lage sehen, mit "gutem Gefühl" eine Entscheidung treffen zu können, führt Entscheidungszwang zu Überlastung und Überforderung. Immerhin hängt an jeder einzelnen Entscheidung die Gestaltung des weiteren Verlaufs und ist somit an Verantwortung geknüpft - für sich persönlich, für andere, für die Gesellschaft.

Gehirn oder Bauch? Kognition oder Intuition?

Viele unserer täglichen Entscheidungen treffen wir sehr rasch, spontan und teils auch wenig bewusst. Dies gelingt uns fast intuitiv, "aus dem Bauch heraus". Dazu greifen wir auf Erfahrungen, Denkroutinen, Vorurteile und unsere Gefühle zurück. Damit sparen wir Zeit, erleichtern den Ablauf unseres Alltags und können uns auf schwierige Aufgaben und wesentliche Entscheidungen konzentrieren. Gerade in gefährlichen Situationen sind rasche Entscheidungen wichtig und zweckdienlich für den Schutz unseres Lebens und unserer Gesundheit. Es sind dies Reaktionen aus den Teilen unseres Gehirns, die als entwicklungsgeschichtlich ältere Gehirnregionen bezeichnet werden. 

Diese raschen Entscheidungen sind aber nicht ausdifferenziert und damit fehleranfällig. Es ist daher sinnvoll, auch immer wieder ganz automatisierte Entscheidungen bei sich selbst wahrzunehmen und anzusehen. Wir alle reagieren auf ein lautes Geräusch, wie das einer Sirene, als deutliches Warnsignal. Dies ist im Straßenverkehr wichtig und dient dazu, Einsatzfahrzeugen die Möglichkeit zu geben rasch voranzukommen. Solch ein lautes Geräusch führt bei uns zu einer Aktivierung. Umgekehrt kann Stress dazu führen, dass wir hoch aktiviert sind und sehr schnell auf bereits weniger wesentliche Reize reagieren. 

Neben der Intuition gibt es noch viele andere Möglichkeiten Entscheidungen zu treffen. Manche Menschen setzen auf ihr Glück und Glücksbringer oder verlassen sich auf Zeichen, um ihren "Goldtopf am Ende des Regenbogens zu finden". Andere überlassen ihre Entscheidungen mehr dem Zufall, wie beim Würfeln und schließlich können wir Menschen auch unsere kognitiven Möglichkeiten nutzen, eigene Erfahrungen und das Wissen anderer zusammenfassen und Fakten abwägen.„Man darf sich auch von sich selber nicht alles gefallen lassen“.

Was also tun, um Entscheidungen konstruktiv zu treffen?

Die Planung von Entscheidungen und die Berücksichtigung der Auswirkungen auf uns und auf andere gelingt uns Menschen insbesondere dann besser, wenn wir nicht im Affekt reagieren, wie beispielsweise bei großer Angst, und unsere Grundbedürfnisse nach Nahrung, Sicherheit und sozialen Kontakten abgedeckt sind. Studien zeigen, dass sich bei Heißhunger das Einkaufsverhalten von Menschen deutlich verändert, da helfen dann Vorsätze und gute Argumente für eine gesunde Ernährung weit weniger. 

Eigene Entscheidungen sind immer auch verknüpft mit Verantwortung. Das Wissen um Einflussfaktoren kann uns dabei helfen, Entscheidungen zu treffen, dabei die Folgen für uns in Zukunft zu beachten und auch die Wirkung unseres Handelns auf andere Menschen nicht außer Acht zu lassen. Die Reflexion eigener wesentlicher Entscheidungen allein oder mit Hilfe anderer Personen kann dabei sehr hilfreich sein! Vielleicht ist es auch sinnvoll, sich in unserer Welt, in der alles schneller, größer, besser werden will, immer wieder vor Augen zu führen: Dass manchmal weniger doch mehr ist. 

Wie treffen Sie wichtige Entscheidungen?

Mag. Bettina Bickel

Mag.a Bettina Bickel

Mag. Bettina Bickel

Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin, 
Supervisorin und Coach
Mehr über michMag. Bianca Baumgartner

Mag.a Bianca Baumgartner

Klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) in Ausbildung und unter Supervision
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